Wenn es draußen kalt wird und der Wind ums Haus pfeift, gibt es für mich nichts Schöneres, als einen großen Topf Suppe auf dem Herd. Dieses Rezept habe ich von meiner Oma – sie hat die Suppe immer dann gekocht, wenn jemand im Haus eine Erkältung hatte oder einfach einen schlechten Tag. Der Duft, der durch die Küche zieht, ist pure Geborgenheit und weckt bei der ganzen Familie Vorfreude auf das Essen.
Das Tolle an dieser Hühnersuppe ist, dass sie mit wenigen, einfachen Zutaten auskommt. Ein gutes Suppenhuhn, frisches Wurzelgemüse und ein paar Gewürze – mehr braucht es nicht für eine Brühe, die von Herzen wärmt. Ich koche sie gerne am Wochenende in größerer Menge, denn am nächsten Tag schmeckt sie fast noch besser und hat mehr Zeit zum Durchziehen.
Der wichtigste Trick dabei ist die Geduld. Die Suppe darf auf keinen Fall sprudelnd kochen, sondern nur ganz leise vor sich hin köcheln. Bei zu starker Hitze wird die Brühe trüb und das Fleisch zäh. Ich lasse meine Hühnersuppe bei kleinster Stufe etwa zwei Stunden ziehen – dann ist sie perfekt. Ein guter Suppentopf mit dickem Boden verteilt die Wärme gleichmäßig und verhindert ein Anbrennen.
Das Suppengrün schneide ich in grobe Stücke und schwitze es vor dem Kochen kurz in etwas Butter an. Dadurch entfalten Möhren, Sellerie und Lauch ihr volles Aroma und die Suppe bekommt eine kräftigere Note. Ein Spritzer Zitrone oder ein Schuss Weißwein am Ende runden den Geschmack ab. Wer mag, kann auch ein Stückchen Ingwer oder etwas Kurkuma mitkochen – das verleiht der Brühe eine besondere, würzige Note.
Auch das Entfetten der Brühe ist wichtig. Nach dem Kochen lasse ich die Suppe kurz stehen und hebe das Fett mit einem Löffel ab. Für eine besonders klare Brühe gieße ich sie durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb. Wer einen guten Suppentopf sucht, findet online eine große Auswahl – ein dickwandiger Topf lohnt sich für viele Gerichte.
Meine Hühnersuppe lässt sich wunderbar abwandeln. Statt der klassischen Suppennudeln nehme ich manchmal Reis, kleine Kartoffelwürfel oder Kichererbsen als Einlage. Das macht die Suppe noch sättigender und bringt Abwechslung. Ein besonders cremiges Gericht bekommt man, wenn man am Ende einen Schuss Sahne oder eine Kugel Eierstich in die Suppe gibt. Probiert auch unsere Blumenkohlsuppe mit Käse und Lauch, die kommt ganz ohne Fleisch aus.
Wer es etwas asiatisch mag, verfeinert die Suppe mit Ingwer, Zitronengras und einem Schuss Sojasauce. Auch Chili oder Curry geben der Suppe eine ganz andere, würzige Richtung. Mit asiatischen Aromen wird aus der klassischen deutschen Hühnersuppe im Handumdrehen eine spannende Fusion-Suppe, die überrascht und begeistert.
Diese Hühnersuppe lässt sich hervorragend vorkochen. Fülle sie einfach in saubere Gläser oder Dosen und stelle sie in den Kühlschrank. Im Kühlschrank hält sie sich gut drei bis vier Tage, wobei der Geschmack von Tag zu Tag intensiver wird. Die Suppe eignet sich auch prima zum Einfrieren. Am besten füllt man sie portionsweise in Gefrierbeutel oder -dosen – so hat man immer eine warme Mahlzeit griffbereit, wenn die Zeit knapp ist.
Beim Aufwärmen noch einmal kurz aufkochen und mit frischer Petersilie oder Schnittlauch verfeinern. Ich gebe die Nudeln übrigens immer erst kurz vor dem Servieren in die Suppe, damit sie nicht aufquellen und matschig werden. Wenn ich die Hühnersuppe einfriere, lasse ich die Nudeln komplett weg und koche sie erst beim Auftauen frisch dazu. Das dauert kaum länger und schmeckt deutlich besser.
Zu einer kräftigen Hühnersuppe esse ich am liebsten ein Stück frisches Baguette oder Bauernbrot mit Butter. Die Scheibe Brot zum Eintunken in die heiße Brühe – das ist für mich der beste Moment. Auch unsere Kartoffelsuppe mit Würstchen oder ein herzhafter Grünkohleintopf passen perfekt in die kalte Jahreszeit und sind genauso wohltuend.
Probiert die Suppe aus – ich freue mich über eure Bilder und Erfahrungen in den Kommentaren! Schaut auch in unserer YouTube-Playlist mit Kochvideos vorbei – dort gibt es weitere wärmende Suppenrezepte zum Nachkochen.
Das Suppenhuhn waschen, trocken tupfen und in einen großen Suppentopf geben. Mit kaltem Wasser aufgießen, bis das Huhn bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen.
Die Zwiebeln schälen und mit den Nelken spicken. Das Suppengrün waschen, putzen und in grobe Stücke schneiden. Alles zusammen mit den Lorbeerblättern und dem Liebstöckel in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Die Hitze reduzieren und die Hühnersuppe bei niedriger Temperatur etwa 1,5 bis 2 Stunden leise köcheln lassen. Dabei gelegentlich den Schaum mit einer Schaumkelle abschöpfen, damit die Brühe klar bleibt.
Das Suppenhuhn vorsichtig aus der Brühe heben und auf einem Teller etwas abkühlen lassen. Die Brühe durch ein feines Sieb in einen zweiten Topf gießen. Das Fleisch von den Knochen lösen und in mundgerechte Stücke zupfen oder schneiden.
Die klare Brühe zurück in den Topf geben und aufkochen. Die Suppennudeln nach Packungsanweisung in der Brühe garen.
Das Hühnerfleisch wieder in die Suppe geben und alles gut durchrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit frischer Petersilie bestreut servieren.