Ich habe diesen Gemüsesuppenauflauf entwickelt, weil ich Gemüsesuppe liebe, aber ab und zu Lust auf etwas Deftigeres habe. Die Idee: die Aromen einer kräftigen Gemüsesuppe mit Kartoffeln und Bockwurst in eine Auflaufform zu packen und mit Butterkäse zu überbacken. Und es funktioniert wirklich. Der Auflauf schmecht wie die Gemüsesuppe von früher, hat aber eine knusprige Käseschicht oben drauf. Perfekt für kühle Tage, an denen etwas Herzhaftes auf den Tisch kommen soll.
Für den Gemüsesuppenauflauf nehme ich am liebsten festkochende Kartoffeln. Die behalten beim Kochen ihre Form und zerfallen nicht. Ich koche die Kartoffeln nicht zu weich, weil sie später im Ofen noch weitergaren. Die Kartoffeln lasse ich nach dem Abgießen kurz ausdampfen, dann lassen sie sich besser schneiden.
Das Gemüse sollte nicht zu klein geschnitten sein, sonst wird es beim Überbacken matschig. Ich würfle Zucchini und Paprika in etwa zwei Zentimeter große Stücke. Die Zwiebeln kommen fein gewürfelt in den Topf, sie schmelzen fast vollständig ein und geben ihre ganze Würze an den Gemüsesuppenauflauf ab. Nach dem Andünsten löscht ihr das Gemüse mit der Brühe ab und lasst es zugedeckt fünf Minuten ziehen. So bleibt es bissfest und gibt trotzdem genug Flüssigkeit für den Guss ab.
Die Bockwurst schneide ich in Scheiben und lege sie zwischen die Kartoffelschichten. So verteilt sich der Geschmack gleichmäßig. Wer eine mildere Variante möchte, nimmt Wiener Würstchen oder eine feine Bratwurst ohne Pelle.
Für die Kruste verrühre ich geriebenen Butterkäse mit Eiern und Milch. Das gibt eine schön goldbraune Oberfläche. Ein Tipp: Den Käse nicht zu fein reiben, sonst verläuft er zu schnell und die Kruste wird nicht knusprig.
Wer keinen Rohschinken mag, lässt ihn einfach weg. Der Gemüsesuppenauflauf schmecht auch ohne Fleisch sehr gut. Statt Bockwurst kann man Cabanossi, geräucherte Mettwurst oder eine grobe Bratwurst aus dem Kühlregal nehmen. Jede Wurstsorte gibt dem Auflauf eine eigene Note.
Für eine vegetarische Version lasse ich das Fleisch komplett weg und gebe mehr Gemüse dazu. Eine Handvoll Champignons in Scheiben passt hervorragend, auch eine dicke Scheibe Knollensellerie in kleinen Würfeln bringt erdiges Aroma. Wer mag, gibt eine Dose Linsen oder Kichererbsen dazu – die machen den Auflauf schön sämig.
Noch mehr Käse? Probiert den Gemüsesuppenauflauf mit einer Mischung aus Butterkäse und Emmentaler. Der Butterkäse sorgt für die Cremigkeit, der Emmentaler für den würzigen Geschmack. Ein kräftiger Bergkäse gibt dem Auflauf eine pikante Note, aber Vorsicht – der kann schnell dominieren. Auch frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch oder etwas Thymian machen sich gut, darüber gestreut kurz vor dem Servieren.
Der Gemüsesuppenauflauf lässt sich wunderbar vorbereiten. Das ist praktisch, wenn Gäste kommen oder unter der Woche wenig Zeit ist. Ihr schichtet einfach alles in die Form, gebt den Guss darüber und stellt den Auflauf abgedeckt in den Kühlschrank. Vor dem Backen den Auflauf eine halbe Stunde vorher rausnehmen, damit er Zimmertemperatur annimmt. Dann backt ihr ihn wie gewohnt – die Backzeit verlängert sich dabei um etwa fünf bis zehn Minuten, weil die Zutaten kalt aus dem Kühlschrank kommen.
Reste vom Gemüsesuppenauflauf schmecken aufgewärmt fast noch besser, weil die Aromen über Nacht durchziehen. Im Kühlschrank hält sich der Auflauf gut verpackt drei bis vier Tage. Zum Aufwärmen kurz in den Ofen bei 150 Grad geben oder portionsweise in der Mikrowelle erhitzen.
Zu diesem herzhaften Auflauf passt ein einfacher grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing – die leichte Säure bricht die Cremigkeit des Käses schön. Ein Klecks Sauerrahm oder Crème fraîche macht sich ebenfalls gut dazu. Im Sommer nehme ich gern einen Tomatensalat mit roten Zwiebeln, im Winter einen Feldsalat mit Apfelspalten.
Wer noch mehr Aufläufe mag, dem empfehle ich unseren Rosenkohl Auflauf – der kommt mit einer ähnlich cremigen Käsekruste daher, schmeckt aber deutlich herber durch den Rosenkohl. Und für alle, die es besonders würstchenlastig mögen, ist der Spätzle-Auflauf mit Rostbratwürstchen genau das Richtige. Beide Rezepte sind ähnlich einfach und machen sich gut für ein Abendessen mit der Familie.
Für sechs Portionen braucht ihr eine Auflaufform mit etwa drei Litern Fassungsvermögen. Ich verwende eine rechteckige Form aus Glas oder Keramik. Glas hat den Vorteil, dass ihr den Garfortschritt von unten sehen könnt. Wer noch keine passende Form hat, findet bei Amazon eine gute Auswahl an Auflaufformen. Ein großes Schneidebrett und ein scharfes Gemüsemesser erleichtern die Vorbereitung ungemein. Die Kartoffeln koche ich in einem normalen Kochtopf, das Gemüse dünste ich in einer beschichteten Pfanne an.
Probiert unseren Gemüsesuppenauflauf aus – ich bin gespannt, wie er euch schmeckt! Schaut auch in unserer YouTube-Playlist mit Kochvideos vorbei, dort gibt es weitere herzhafte Rezeptideen zum Nachkochen.
Kartoffeln schälen und in einen Kochtopf legen. Leicht mit Wasser bedecken, einen Deckel auflegen und zum Kochen bringen. Die Temperatur reduzieren und die Kartoffeln in etwa 20 Minuten gar kochen.
Inzwischen das Gemüse vorbereiten. Zwiebeln pellen und in kleine Würfel schneiden. Paprika halbieren, von Kernen und Häuten befreien und in grobe Würfel schneiden. Zucchini in Scheiben schneiden. In einem Topf die Butter erhitzen und das Gemüse darin auf mittlerer Temperatur andünsten. Die Gemüsebrühe angießen, einen Deckel auflegen und das Gemüse auf niedriger Stufe in etwa 5 Minuten weich dünsten.
Bockwürstchen in Scheiben schneiden. Backofen auf 200 °C vorheizen. Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen, mit kaltem Wasser abspülen und in Scheiben schneiden. Die Kartoffeln im Wechsel mit dem gedünsteten Gemüse und den Bockwurstscheiben in eine leicht gefettete Auflaufform schichten.
Butterkäse raspeln oder in kleine Vierecke schneiden und in eine Schüssel geben. Eier und Milch zufügen und miteinander verrühren. Den Guss mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salz würzen. Gleichmäßig über den Auflauf verteilen und die Rohschinkenwürfel darüberstreuen.
Den Auflauf im vorgeheizten Ofen bei 200 °C etwa 30 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis der Käse verlaufen und der Schinken schön kross ist.