Wenn es draußen friert und die Kinder vom Nachmittag draußen mit roten Wangen hereinkommen, ist ein warmer Kinderpunsch das einfachste Wintergetränk der Welt. Apfelsaft, ein Schuss Traubensaft, Zimtstange, Nelken und Orangenscheiben – zwanzig Minuten ziehen lassen, fertig. Ohne Alkohol, ohne Fertigmischung und ohne Zuckerzusatz, wenn der Saft es hergibt. Bei uns gibt es ihn vom ersten Adventssonntag an nach jedem Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt, in Thermoskannen zum Laternenumzug im November und bei jedem Spieleabend im Winter. Für Kinder ist es ein echtes Festgetränk, für Erwachsene mit einem Schuss Rum oder Amaretto im eigenen Glas ein winterlicher Abschluss.
Fertiger Kinderpunsch aus dem Supermarkt schmeckt meistens süß und nach Aroma, weil Aromen, Zucker und Säuerungsmittel dominieren. Selbst gemacht ist das Gegenteil: Der Apfelsaft bringt von Natur aus Süße und Säure mit, der Traubensaft Tiefe und Farbe, und die Gewürze ziehen langsam aus. Entscheidend ist, dass der Punsch nicht lange kocht. Zimt, Nelken und Sternanis geben in den ersten Minuten ihre Aromen ab und werden danach bitter – deshalb wird der Topf nach dem Aufkochen sofort von der Platte gezogen und der Punsch zieht warm, ohne zu kochen. Ein weiterer Trick ist der Saft einer Orange oder Zitrone zum Schluss: Die Säure macht den Punsch frisch und verhindert, dass er wie Sirup schmeckt. Und wer die Gewürze in einem Teesieb oder Gewürzbeutel verwendet, muss später nicht abseihen. Der Unterschied zu gekauftem Punsch ist so deutlich, dass unser Rezept seit Jahren auf keiner Weihnachtsfeier mehr fehlt.
Die Basis ist ein guter naturtrüber Apfelsaft – er hat mehr Aroma als klarer Saft und trägt den Punsch allein. Ein Drittel davon ersetzen wir durch Traubensaft: Er bringt eine weinige Tiefe mit, ohne dass Alkohol im Spiel ist, und sorgt für die dunkle Farbe, die ein Punsch haben soll. Statt eines Sirups oder einer Punschmischung kommen eine Zimtstange, drei bis vier Nelken und ein Sternanis in den Topf; Nelken und Sternanis sind kräftig, also lieber zu wenige als zu viele. Eine unbehandelte Orange wird in dünne Scheiben geschnitten und mitgezogen, ihre Schale gibt zusätzliche ätherische Öle. Zum Süßen reicht ein Esslöffel Honig oder Ahornsirup, oft nicht einmal das. Wichtig ist ein Topf mit schwerem Boden, in dem der Saft gleichmäßig warm wird, ohne am Rand anzubrennen.
Gebt den Apfelsaft und den Traubensaft in einen Topf. Die Zimtstange, die Nelken und den Sternanis kurz mit dem Messerrücken andrücken und in einem Teesieb oder Gewürzbeutel dazugeben – so könnt ihr den Beutel später einfach herausnehmen. Die Orange wascht ihr heiß, schneidet sie in etwa halb Zentimeter dünne Scheiben und legt sie mit in den Topf. Die Zitrone halbiert ihr und legt sie zunächst beiseite. Nun erhitzt ihr den Punsch bei mittlerer Hitze, bis er kurz vor dem Köcheln ist – kleine Bläschen am Rand genügen, sprudelnd kochen darf er nicht. Nehmt den Topf dann von der Herdplatte, gebt den Deckel darauf und lasst den Punsch 15 bis 20 Minuten ziehen. Zum Schluss entfernt ihr Gewürzbeutel und Orangenscheiben, gebt den Saft einer halben Zitrone und bei Bedarf einen Esslöffel Honig dazu und schmeckt ab. Wichtig beim Servieren: Vor dem Ausschenken zehn Minuten abkühlen lassen und die Temperatur an der Innenseite eines Löffels prüfen – ein Getränk, das angenehm warm ist, ist für Kinder noch zu heiß. Für Erwachsene könnt ihr pro Glas einen Schuss Rum, Amaretto oder Orangenlikör dazugeben und den Punsch getrennt servieren, damit die Kinder ihren eigenen alkoholfreien Punsch haben.
Der Punsch lässt sich gut an Vorlieben anpassen. Mit Orangensaft statt Traubensaft wird er fruchtiger und heller, mit Kirsch- oder Johannisbeersaft kräftiger und säuerlicher. Ein Stück Ingwer, dünn geschnitten, gibt eine milde Schärfe, die man auch bei Kindern sparsam dosieren sollte. Anstelle von Honig könnt ihr Dattelsirup oder ganz wenig Ahornsirup verwenden. Wer keinen Alkohol im Haus haben möchte, kommt mit diesem Rezept komplett ohne aus – auch die Variante mit Traubensaft schmeckt weinartig, ohne dass Alkohol enthalten ist. Für größere Mengen auf Feiern verdoppelt ihr die Zutaten einfach; der Punsch lässt sich gut in einem großen Topf vorbereiten und in Thermoskannen warm halten, in denen er drei bis vier Stunden heiß bleibt. Reste bewahrt ihr im Kühlschrank bis zu drei Tage auf und wärmt sie vorsichtig in einem Topf auf, ohne sie kochen zu lassen, damit die Gewürze nicht bitter werden. Auf dem Weihnachtsmarkt greifen wir übrigens gerne zu einem Thermosbecher (Empfehlung), weil Punsch aus Pappbechern schnell lauwarm wird. Rund 120 Kalorien pro Glas bringt unser Kinderpunsch mit; das hängt natürlich vor allem von der Sorte des Apfelsafts ab.
Am besten passt etwas Gebäck dazu: unsere Bunten Plätzchen und das Spritzgebäck gehören bei uns auf jeden Teller, und auch das süße Weihnachtsmann-Brot schmeckt zum Punsch. Im Sommer sind unsere selbstgemachte Zitronen-Minz-Limonade und der Pfirsich-Eistee die kalten Gegenstücke dazu.
Mit einem Topf, einer Thermoskanne und zwanzig Minuten Ziehzeit ist der Kinderpunsch damit das Wintergetränk, das ohne Fertigmischung auskommt – und das die Kinder lieber trinken als jeden gekauften Punsch.
KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
Den Apfelsaft und den Traubensaft in einen Topf geben.
Zimtstange, Nelken und Sternanis kurz mit dem Messerrücken andrücken und in ein Teesieb oder einen Gewürzbeutel geben.
Die Orange heiß waschen, in etwa halb Zentimeter dünne Scheiben schneiden und mit in den Topf legen.
Den Punsch bei mittlerer Hitze erhitzen, bis er kurz vor dem Köcheln ist – kleine Bläschen am Rand genügen.
Den Topf von der Herdplatte nehmen, den Deckel auflegen und den Punsch 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.
Gewürzbeutel und Orangenscheiben entfernen, den Saft einer halben Zitrone und bei Bedarf einen Esslöffel Honig dazugeben.
Den Punsch vor dem Ausschenken zehn Minuten abkühlen lassen und in Tassen oder Thermosbecher füllen. Wer mag, streut etwas Zimt darüber.