So gelingt der Rotkohl
Rotkohl gehört zu den beliebtesten Beilagen der deutschen Küche. Das tiefrote Kohlgemüse wird langsam geschmort, bis es weich und zart ist, und bekommt durch Apfel, Zucker und Rotweinessig seine typische fruchtig-säuerliche Note. Zu Braten, Frikadellen oder Kartoffelklößen ist dieses Gericht kaum zu übertreffen.
Das Schöne an diesem Rezept: Es kommt mit wenigen, alltäglichen Zutaten aus, und du kannst die Menge ganz leicht an deine Gästezahl anpassen. Wer kein Schweineschmalz zur Hand hat, nimmt einfach Butter oder ein neutrales Öl – der Geschmack bleibt dabei kräftig und rund. Auch wer auf tierische Fette verzichten möchte, kommt auf seine Kosten: Butter gibt dem Gemüse einen feinen, nussigen Geschmack, während neutrales Öl die fruchtige Note des Apfels stärker zur Geltung bringt.
In Süddeutschland und Österreich heißt das Gemüse Blaukraut – gemeint ist dasselbe Kraut, nur unter anderem Namen. Zubereitet wird es überall ähnlich: geschmort mit Essig, Zucker und Gewürzen. Je nach Region wandern zusätzlich Äpfel, Speck, Zwiebeln oder sogar Maronen in den Topf.
Zutaten und Mengen
Für den Rotkohl brauchst du einen kleinen Kopf des Kohls, eine Zwiebel, einen säuerlichen Apfel wie Boskop oder Braeburn, Schweineschmalz, Zucker, Rotweinessig und Gemüsebrühe. Dazu kommen Pfeffer, Salz, ein Lorbeerblatt und zwei Nelken – sie sorgen für die feine Tiefe, die dieses Gericht so besonders macht.
Greif beim Apfel am besten zu einer säuerlichen Sorte. Boskop oder Braeburn geben dem Kohlgemüse die nötige Frische und gleichen die Süße des Zuckers aus. Der Apfel wird geschält, halbiert, vom Kerngehäuse befreit und in kleine Würfel geschnitten, bevor er mit in den Topf wandert.
Die Menge reicht als Beilage für vier Personen. Wer das Gemüse als Hauptgericht servieren möchte, ergänzt einfach Kartoffeln oder Knödel dazu – oder verdoppelt die Zutaten für eine große Runde am Sonntag.
Schritt für Schritt zur fertigen Beilage
Zuerst den Rotkohl vierteln, den Strunk herausschneiden und das Kraut in feine Streifen schneiden. Dafür eignet sich ein scharfes Kochmesser, aber auch eine Brotschneidemaschine liefert gleichmäßige Scheiben. Danach die Zwiebel pellen und würfeln und den Apfel vorbereiten.
Im Topf das Schweineschmalz auslassen und den Rotkohl darin kräftig anschmoren. Zwiebelwürfel und Apfelstücke dazugeben, den Zucker darüberstreuen und kurz karamellisieren lassen. Nun mit Rotweinessig ablöschen, Gemüsebrühe angießen und mit Pfeffer, Salz, Lorbeerblatt und Nelken abschmecken.
Den Deckel auflegen und den Rotkohl bei mittlerer Hitze etwa 50 bis 60 Minuten weich schmoren. Zwischendurch immer wieder umrühren. Kurz vor Ende der Garzeit noch einmal kosten: Wer es süßer mag, gibt etwas Zucker dazu, wer es säuerlicher mag, einen Schuss Rotweinessig.
Ein Tipp für eine besonders schöne Farbe: Der Rotweinessig sollte schon beim Anschmoren in den Topf, nicht erst am Ende. So bleibt das tiefe Rot während der gesamten Garzeit erhalten, und das Gericht sieht auf dem Teller genauso einladend aus, wie es duftet.
Variationen und Tipps
Der Klassiker lässt sich auf viele Arten abwandeln: Mit etwas Orangensaft oder Preiselbeeren bekommt der Rotkohl eine fruchtige Note, mit gerösteten Maronen oder Speckwürfeln wird er herzhafter. Auch ein Schuss Rotwein oder ein Stück Zimtstange passen hervorragend in den Topf.
Restlicher Rotkohl schmeckt aufgewärmt oft sogar besser, weil die Aromen Zeit haben, durchzuziehen. Im Kühlschrank hält sich das Gericht mehrere Tage, eingefroren sogar mehrere Monate. Zum Aufwärmen einfach langsam im Topf erhitzen, bis es wieder dampft.
Häufige Fragen
Warum kommt Essig in den Rotkohl?
Der Rotweinessig ist kein Zufall: Die Säure sorgt dafür, dass der Rotkohl seine kräftige rote Farbe behält, statt beim Kochen auszublassen. Gleichzeitig gibt sie dem Gericht die feine Säure, die so gut zu den süßlichen Aromen passt.
Wie lange muss Rotkohl schmoren?
Je nach Größe der Streifen dauert das Schmoren etwa 50 bis 60 Minuten. Wer es besonders zart mag, lässt den Topf etwas länger auf dem Herd und gießt bei Bedarf noch etwas Brühe nach. Einfach zwischendurch eine Gabelprobe machen.
Kann ich das Gericht vorbereiten?
Ja, das Gericht eignet sich hervorragend zum Vorbereiten. Du kannst das Gemüse einen Tag vorher kochen und vor dem Servieren nur noch erwärmen – die Aromen werden dadurch sogar intensiver. Auch für ein festliches Menü lässt sich die Beilage so stressfrei einplanen.
Serviere den Rotkohl zu Braten, Ente, Gans, Frikadellen oder einfach zu Kartoffelklößen und Salzkartoffeln. Dazu passt ein Glas Rotwein oder ein frischer Feldsalat. Dieses Rezept ist ein treuer Begleiter für die kalte Jahreszeit und darf bei keinem Festessen fehlen.
Hat dir dieses Rezept gefallen? Dann bewerte es mit Sternen ⭐ und hinterlasse gerne einen Kommentar! Deine Meinung hilft anderen beim Nachkochen.
Das könnte dir auch gefallen
Teste auch unsere anderen leckeren Rezepte: 1 Portion Thunfisch Rührei, Parmesan Kartoffeln oder Döner Kebab mit Hack.
Rotkohl
Beschreibung
Fruchtig-säuerlicher Rotkohl mit Apfel, Zwiebel und Nelken – ein klassisches Kohlgemüse, das zu Braten, Frikadellen und Kartoffeln passt.Zutaten
Zubereitung
Vorbereitung
-
Farbe vom Rotkohl
Damit die rote bzw. bläuliche Farbe vom Rotkohl beim Kochen nicht verloren geht, wird der Rotkohl mit Rotweinessig gesäuert. -
Zubereitung vom Rotkohl
Einen kleinen Kopf Rotkohl mit einem scharfen Kochmesser vierteln und den dicken Mittelstrunk herausschneiden. Den Rotkohl entweder mit dem Kochmesser in feine Streifen schneiden, wie oben auf dem Bild zu sehen, oder den Rotkohl mit der Brotschneidemaschine in feine Scheiben schneiden und anschließend mit dem Messer noch einmal in mundgerechte Stücke schneiden. -
Zubereitung der Zwiebeln
Eine Zwiebel pellen und in kleine Würfel schneiden. -
Zubereitung vom Apfel
Einen möglichst würzig-säuerlichen Apfel wie z.B. Braeburn oder Boskop halbieren, schälen und das Kerngehäuse entfernen. Den Apfel in kleine Würfel schneiden. -
Zubereitung vom Rotkohl
In einem mittelgroßen Edelstahltopf Schweineschmalz auslassen und den Rotkohl darin kräftig anschmoren. Das Schweineschmalz verleiht dem Rotkohl den typischen Geschmack. Die Zwiebeln und Apfelwürfel zufügen und mitschmoren. 5 leicht gehäufte Teelöffel Zucker über den Rotkohl streuen, mit einem Kochlöffel unterrühren und auf hoher Temperatur leicht karamellisieren lassen. Den Rotkohl mit Rotweinessig ablöschen und Brühe angießen. Rotkohl mit Pfeffer, Salz, einem Lorbeerblatt und Nelken würzen. -
Garen
Die Temperatur auf mittlere Stufe zurückschalten, einen Deckel auflegen und den Rotkohl unter gelegentlichem Umrühren in ca. 50 bis 60 Minuten weich schmoren. -
Nachwürzen
Rotkohl zum Ende der Garzeit noch einmal nach Belieben mit Zucker oder Rotweinessig nachwürzen.